Mai 2018

Sonntag 6.Mai 2018


Wir waren am vergangenen Sonntag in der Strecke Joshofen / Bergheim unterwegs. Die Bedingungen sind noch nicht optimal. Der Wasserstand würde passen, die Wassertemperatur auch, nur die Sichtigkeit ist für diese Zeit extrem schlecht.

Wir schauen uns die Augen aus dem Kopf-nichts zu sehen.

Dann ,schon fast am Ende der strecke sind dann einige ganz leichte,fast nicht sehbare Veränderungen der Wasserfärbung zu sehen. Das könnten Karpfen sein. Nach einigen Minuten ist dann ein Karpfen für einige Sekunden zu sehen. Unsere Versuche ohne Sichtkontakt haben natürlich keinen Erfolg. Aber immerhin: Sie sind da! Und mit Ihnen der Ostwind.

Ein weiterer Versuch ohne Fangerfolg !


Vatertag 10.Mai 2018


Heute bin ich mal wieder alleine am Wasser. Ich befische die Strecke die wir am vergangenen Sonntag befischten. Nur von unten nach oben.

Und schon nach einigen Metern wird deutlich: Die Sicht ins Wasser hat sich nicht gebessert. Aber da ich nun in etwa weiß wo ich suchen muss, ist das Rudel Karpfen schnell gefunden.

Nach etlichen Würfen in die Schlammwolken habe ich kurz einen Biss. Anhieb, kurzer Drill und aus. Sche... . Alle weiteren Versuche bringen nichts.

Ich pirsche weiter und sehe einige Aitel. Sie sind neugierig was sich dort in ihrer Nähe an Fressbarem tummelt, folgen der Nymphe auch einige Meter, doch sie nehmen sie nicht.

Unerfreulich, aber was solls.

Dafür sehe und höre ich heuer erstmalig viele  Frösche. Interessant diese Amphibien bei ihrem Laichspiel zu beobachten.



27.Mai 2018

Also ich war heute erstmalig in der Riedensheimer strecke. Kurz und knapp: Nicht´s!

Das Wasser trüb, etwas höher als normal und Ostwind. In 2 Stunden sah ich 2 Fische springen. Aber die Veränderungen am Damm sind gravierend: Alles verbuscht.Die nächsten Wochen werden wir diese Strecke sicher öfters besuchen.

Am vergangenen Donnerstag war ich vormittags für etwa 2 Stunden in der Strecke Bergheim/Joshofen unterwegs. 2 mittelprächtige Aitel waren die Beute. 2 wirklich große Aitel

waren an meiner Nymphe interessiert und verfolgten sie auch , waren aber nicht zum Biss zu animieren.

Die Karpfen sind heuer noch nicht so aktiv wie ich dies um diese Jahreszeit erwartet hätte.


Wenn man so am Wasser unterwegs ist hat man jede Menge Zeit sich über Dies und Das den Kopf zu zerbrechen. Was mich immer wieder beschäftigt ist der drastische Rückgang des Fischbestandes. Ich fische nun seit etwas mehr als 50 Jahre in dieser Strecke und würde schätzen, dass der Gesamtbesstand um etwa 80-90% abgenommen hat. Vor allen Dingen die Weißfische ( Nasen, Rußnasen, Barben, Rotaugen, Rotfeder, Laube, Hasel  aber auch das Aitel ) sind zwischenzeitlich fast Raritäten. Warum kam das so?

Ich denke, dass die enorme Anzahl an Kraftwerken die die Laichzüge unmöglich machen ein starker Faktor sind. Nicht nur, dass die Laichzüge durch nicht vorhandene Aufstiegshilfen unterbunden wurden, auch die Strömungsdynamik hat sich stark verändert. Die Staubereiche führen zu einer starken Gewässerberuhigung mit einer dramatischen Sedimentation die in den vergangenen 3 Jahrzehnten dazu führte, dass Gewässerbereiche die vor 30 Jahren 4 Meter tief waren heute noch eine Tiefe von 2 Metern.

Ein weiterer Faktor der Reduzierung der Menge und der Arten ist sicher auf die Einleitungen aus den Kläranlagen zurück zuführen.Etliche chemische Stoffe können in unseren Kläranlagen nicht abgebaut und unschädlich gemacht werden. Schlagwort: Hormone, Anti Babypille.

Dann das Thema Landwirtschaft. Viel Chemie, was von dort über die Fläche in unsere Oberflächengewässer eingetragen wird.

Dann müssen wir uns Angler aber auch mal selbst fragen, ob unsere Besatzmaßnahmen optimal sind.

Zuerst kippen wir zentnerweise Glasaale in unsere Gewässer. Klar, waren ja auch subvensioniert.

Dann kam die Besatzwelle mit der Forelle. Jedes auch noch so ungeeignete Gewässer wurde damit besetzt. Noch eine Art die den Laich nicht verschmäht.

Damit hatten wir schon zwei starke "Laichräuber" die die Fortpflanzung empfindlichstörten.

Wir Angler brüsten uns ja gerne mit der Größe unserer Beute. Um diesen Trieb zu befriedigen wurden dann Welse eingesetzt. Wenn viele Große gesetzt werden verkauft man die Karten leichter.

Kormoran und Gänsesäger spielen in diesem Zenarium eine fast schon untergeordnete Rolle.

Langsam, aber leider viel zu spät, sind Veränderungen in positiver Richtung festzustellen. Man öffnet Dämme, entfernt unüberwindbare Wehre, baut Rauhrampen und Aufstiegshilfen, bewässert die Auwälder. Baut Kläranlagen, schafft neue Retensionsräume die man vorher durch den Bau von Dämmen zerstörte.

Zu allen negativen Faktoren gesellt sich nun auch noch der Klimawandel. Die Gewässer werden wärmer und das kann sich nicht positiv auf die heimischen Fischarten auswirken.

Ob die eingeleiteten Massnahmen jedoch zu einer nachhaltigen Verbesserung führen bezweifle ich.

Eie wirkliche positive Veränderung wird sich in diesem hochkomplexen System, das leider an sehr vielen Stellschrauben dejustiert wurde, schwer erreichbar sein.

Es werden Veränderungen eintreten- sicher -aber die Frage wird sein ob die Resultate von uns gutgeheissen werden.


Das waren nur einige Gedanken die mich ab und an am Wasser beschäftigen.


Mai oh Mai


1  

Alle wollen sich fortpflanzen.



 

 

 

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